Lied "Der Millioneser..."

Der Millioneser am Osterdeich,
Der Arbeitsmann in der Wisch,
Die führen, wenn auch politisch gleich,
Ein Jeder andern Tisch.
Dem Gast bei Jenem Champagner fliesst,
Bei diesem Braunbier er in sich giesst:
Es giebt ja Keiner mehr als er kann

In dieser schlechten Welt;
Dem Gast beut Jeder das Beste an,
Was Küch' und Keller hält.

Der Indianer im Wigwam wohnt,
Skalpiren ist sein Plaisir,

Doch hat er immer den Gast verschont,
Der nass stand in der Thür,

Da holt er rasch seine Pfeife her,

Gefüllt mit scheusslichem Kanaster
Es giebt ja Keiner mehr als er kann
In dieser schlechten Welt,

Dem Gast beut Jeder das Beste an,
Was Küch' und Keller hält.

Im Seehundsfell der Eskimo
Im Schneehaus kauert und schwitzt;
Daneben ebenso dumm und roh
Die Eskimosin sitzt:

Doch kommt ein Fremder erfroren an,
Credenzt sie gleich ihm kühlen Thran:
Denn Keiner giebt ja mehr als er kann
In dieser schlechten Welt,

Dem Gast beut Jeder das Beste an,
Was Küch' und Keller hält.

Der Hottentotte in seinem Kraal,
Der gähnt und recket sich faul;

Und bei ihm hocket sein schwarz Gemahl
Und sorget für sein Maul

Dem Fremdling, der zu dem Paare tritt,
Theilt sie gebackene Eidechs mit:
Denn Keiner giebt ja mehr als er kann
In dieser schlechten Welt;

Dem Gast beut Jeder das Beste an,
Was Küch' und Keller hält.

Ja, vom Aequator hin bis zum Pol,
In Sonnengluth wie Eis,

Will jeder Biedre dem Gaste wohl,
Und zeigt's auf seine Weis'.

Drum sei der Gast auch ein kluger Mann
Und greife Alles recht herzhaft an:
Doch giebt auch Keiner mehr als er kann
In dieser schlechten Welt;

Dem Gast beut Jeder das Beste an
Und hofft, dass es gefällt.